Triebwerk München

Triebwerk München

Auf dem Areal des Triebwerks in Aubing bauen wir einen dreiteiligen Gebäudekomplex, das I-Werk. Das bedeutet Innovations-Werk und deutet in die Zukunft. Doch auch die Geschichte des Areals hat uns inspiriert.

Aubing

Aubing, der westlichste Stadtteil von München, ist eher ländlich geprägt und die Urbanisierung, die in München im späten 19. Jahrhundert einsetzte, hat hier kaum Spuren hinterlassen. In Alt-Aubing lebt es sich bis heute idyllisch zwischen Brunnen, Kirchturm und viel Grün. Hingegen fing Neuaubing einen Hauptteil des Zuzugs auf, der in Folge der Eröffnung der ‚Centralwerkstätte Aubing‘ der Bayerischen Staatseisenbahn als Industriegebiet und zweiter Siedlungsschwerpunkt südlich des Dorfkerns aufkam. Das war 1906. Seit 2008 entsteht im benachbarten Freiham neben Gut und Schloss ein ausgedehntes Gewerbegebiet, für den wir den Masterplan entwickelt haben.

Unser Innovationswerk ist auch von der Geschichte der ‚Centralwerkstätte Aubing‘ inspiriert. Auf diesem Areal wurden früher die Wagons und Züge auf Eisenbahnschienen in die großen Hallen transportiert, um sie wieder instand zu setzen. Durch das Grün der Wiesenflächen zwischen den Hallen zogen sich die oxydierten rostroten Schienen, auf denen sich die Fahrzeuge und Wagons in die Hallen bewegten. Die Fassade unseres Neubaus auf Baufeld 18 haben wir aus rostfarbenen vorgehängten Lamellen aus Cortenstahl konstruiert, die in ihrer Beschaffenheit an die einstige Schienenstruktur auf dem Gelände erinnern. Die Lamellen der curtain wall sind manuell drehbar, eröffnen unterschiedliche Aus- und Einblicke und dienen gleichzeitig als Sonnenschutz. Für das Erdgeschoss und das zurückgesetzte Staffelgeschoss sind transparente Glasfassaden geplant.

Areal und Strukturen

Innerhalb des Triebwerks orientiert sich unser Entwurf an der Struktur der vorhandenen Hallenbauten und ihrer vertikalen Ausrichtung in der Nord-Süd-Achse. Die drei Längsschiffe unserer Planung werden von einer diagonalen Erschließungsstruktur durchschnitten, die in der Richtung der Sichtachse des einstigen Triebwerk-Schornsteins und des Kirchturms Gut Freiham verläuft. Diese Diagonale ist das Rückgrat unseres gesamten Projekts: Hier lagern sich die Erschließungselemente an, hier gibt zahlreiche Lufträume, offene Treppen und Sichtbeziehungen, die zusammen einen spannungsreichen Raum generieren. Der alte und unterdessen zerstörte Schornstein soll ‚wiederaufgebaut‘ werden, entweder in seiner naturalistischen oder in einer abstrakten Formgebung. Er wird Bedeutungsträger, Landmark, Werbeträger, Mittelpunkt des Triebwerks. Die Nutzungsmöglichkeiten unserer Architektur sind variabel, offen. Gastronomie und Co-Working-Lounges, MakerSpaces- und Gewerbeeinheiten in unterschiedlichen Größen können hier Domizil beziehen.

Ort

München Aubing

Bauherr

Aurelis Real Estate GmbH&Co. KG

Zeit

12/20/2018