Kulturareal Praterinsel Kulturareal Praterinsel

Kulturareal Praterinsel

NEUE NUTZUNG FÜR DIE PRATERINSEL / Seit der frühesten Nutzung ist die Praterinsel in der Isar in der Münchner Innenstadt zwischen zwei Polen aufgestellt und die Gretchenfrage lautet: Ist es ein Ort für Vergnügung, Konsum und Party oder einer für den Geist, die Bildung, die Kunst?

Die Insel ist für den Autoverkehr nur begrenzt erschlossen. Der Großteil der 3,6 Hektar großen, über 500 Meter langen und rund 100 Meter breiten Inselfläche gehört der Natur und den Menschen. Die historischen Wurzeln der Inselbebauung liegen in der Zeit um 1800, in der das Biedermeier emporkam. Amüsement war nun etwas, was nicht mehr allein der Aristokratie vorbehalten, sondern auch den einfacheren Bürgern gestattet war. Diese Entwicklung prägte auch die spätere Nutzung der Insel, die in den letzten Jahrzehnten Platz für eine für München atypische Subkultur bot. Künstler ließen sich hier mit ihren Ateliers nieder, ihre Ausstellungen zogen die lokale "Szene" in den Bann.

Eine neue Planung für die Nutzung der Praterinsel war im Jahr 2009 gefragt. OSA entwickelte dafür ein Schulhaus für ein Gymnasium mit Ganztagspensum. Die Praterinsel bewies sich als idealer Ort, um eine vom innerstädtischen Verkehr isolierte Einheit inmitten der City einzurichten. Kinder und junge Menschen, die hier zur Schule gehen, sind geschützt. Die Inspiration für das wichtigste Gestaltungsmerkmal der Fassade fand OSA auf der grünen Insel selbst. Es war der Baum. Den für die Insel so bezeichnenden, dichten und alten Baumbestand sollte die Dachgestaltung des Schulhauses zur Ostflanke der Insel hin zitieren. Tagsüber setzen diese Baum-Elemente scheinbar das Geäst der vielen Naturdenkmale fort. Nachts wirken sie fast surreal. Wenn das Haus von innen beleuchtet wird, fehlt ihnen der geerdete Stamm. Das Geäst im Dachgeschoss beginnt zu schweben.

 

Ort

München Innenstadt

Bauherr

Patrizia

Zeit

2009

Volumen

3.000 Quadratmeter

LPH

1-3